Sänger der Freiheit – Hoffmann von Fallersleben

Details

Sonntag, 26. März 2023 um 16:00 Uhr

Klosterkirche der Ursulinen
Burggasse 40
94315 Straubing

Eintritt frei, Spende erbeten

Himmlisches Blau

Musikalische Lesung

DIE FARBE  BLAU ERÖFFNET IN VIELEN KULTUREN dieser Welt den Zugang zum Überirdischen. So gibt es in Ägypten und Indien dem Menschen wohlgesinnte Gottheiten mit blauer Hautfarbe, die blauen Glasfenster der gotischen Kathedralen durchdringt himmlisches Licht, die Gottesmutter Maria trägt einen blauen Mantel, romantische Dichter suchen die blaue Blume und sehnen sich in blauer Stunde in ferne, blaue Weiten. Die transzendenten Bedeutung der Farbe BLAU und die durch sie symbolisierte Sehnsucht nach Harmonie mit der Schöpfung, findet in Poesie und Musik ihren Ausdruck.

In der musikalischen Lesung „Himmlisches Blau“ präsentiert die Mezzosopranistin Bettina Thurner meditative Lieder. Begleitet wird Sie von der Organistin Judith Wagner, dem Cellisten Sebastian Herpich und dem Violinist Martin Thom. Die blauen Gedichte und ausgewählte Texte tragen die Mitglieder des Poesievereins Dichterpflänzchen Martha und Lutz Schauerhammer vor.

Der Zugang zum Überirdischen, zum Übersinnlichen, zum glückseligen Zustand wird in vielen Kulturen dieser Welt durch die Farbe BLAU eröffnet.
Die erste, frühe Kultur, die wir besuchen und in der BLAU eine besondere Bedeutung hatte ist Ägypten.

Einer der Schöpfungsmythen erzählt von der Himmelsgöttin NUT, die ursprünglich die Mutter aller Götter und aller Wesen war. Sie umwölbt die Erde von einem Horizont zum anderen. Jeden Morgen gebar sie die Sonne und verschlang sie am Abend, um sie des Morgens wieder zu gebären. Am Tage leuchtete NUT in hellem Blau, des Nachts dagegen in tiefem Dunkelblau mit tausenden von goldenen Sternen auf ihrem Leib.

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Abbildung der Himmelsgöttin Nut
Foto: anthrowiki.at/index.php?curid=8597

Für den Menschen sollte das Tragen eines blauen Schmuckstücks diesen heilenden Schutz der blauen Göttin, erwirken. Bei festlichen Gelegenheiten trug der Pharao einen blauen Helm, um seine direkte Abstammung von den Göttern zu demonstrieren. Auch die Blaufärbung der Haut in Reliefdarstellungen der Grabmäler sollte diese Gottähnlichkeit verdeutlichen.

Ägyptische Sonnenhymne
Sei gegrüßt, die im Urwasser aufgeht!
Bei deinem Anblick jubeln die Götter.
Erscheine doch inmitten deiner Sonnenbarke,
wenn der Himmel dir zur Seite erglänzt
in der Farbe des Lapislazuli.
Die Himmlischen stimmen dir Loblieder an,
jedes Herz jubelt in deinem Anblick.
Der Himmel ist Gold
wegen der Schönheit deines Angesichts,
der Urozean ist Lapislazuli
weil du aufgehst in ihm.

Die Dichterpflänzchen waren schon mehrfach in der Klosterkirche der Ursulinen in Straubing zu Gast. Der Kirchenraum hat eine ganz besonders innige Atmosphäre.

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Die Dichterpflänzchen Martha und Lutz Schauerhammer bei einer Lesung im Jahr 2019 (Foto: Bettina Thurner)

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Die Mitwirkenden bei einer musikalischen Lesung im Jahr 2018
v.l. Martha Schauerhammer (Rezitation), Lutz Schauerhammer (Rezitation), Martin Thom (Violine), Bettina Thurner (Mezzosopran), Sebastian Herpich (Cello), Judith Wagner (Orgel/Klavier).

Das Gotteshaus wurde von den Gebrüdern Asam gestaltet. Als Architekt schuf Egid Quirin Asam den Entwurf. Er arbeitete auch als Stuckateur und sein Bruder Cosmas Damian Asam als Maler.

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Klosterkirche der Ursulinen Straubing, Blick auf den Altar.
(Foto: Bettina Thurner)